Die Faschingsfeier

Aus Christianes Blog

Dieses Mal kam mir relativ schnell die Idee, dass eine Picknickdecke als Faschingskostüm gebraucht werden kann. Die drei Wörter von Christianes Schreibeinladung „Picknickdecke, verwegen, recherchieren“ waren somit auch alsbald in die Geschichte eingebunden.

Verwegen blickte mein Cousin mich an. Eigentlich hatte ich keine Lust, Aufpasser für meinen kleinen Cousin zu spielen und mit ihm auf eine Kinderfaschingsfeier zu gehen. Viel lieber würde ich mich mit meinen Freundinnen bei einer Party am See amüsieren. Mein Missmut allerdings regte seine gute Stimmung immer mehr an. Er war stolz auf seine Verkleidung. Eine grüne Picknickdecke und eine rote Mütze hatten neben grüner Kleidung schon ausgereicht und er verwandelte sich in einen Zwerg. Meine Mutter hatte noch ausführlich recherchiert, mit welchen einfachen Mitteln er auf diese Feier gehen kann, denn das Geld war sehr knapp. So aber konnte mein Cousin endlich mal wieder Spaß mit seinen Freunden haben. Allerdings musste ich dafür meine Freizeit opfern.

Seufzend reichte ich ihm die Hand, als wir die Hauptstraßen erreichten, um zu seinen Freunden zu gehen. Er hüpfte ausgelassen neben mir her. Seine Freude war letztlich ansteckend und ich freute mich nun auch darauf, dass er Spaß haben konnte. Seine Mutter wollte trotz ihrer Armut keine Almosen oder Geschenke annehmen, sodass mein Cousin oft den Kürzeren zog und mehr und mehr isoliert wurde. Als wir bei der Feier ankamen, sahen seine „Freunde“ ihn mit großen Augen an und schnitten ihn, als ob er ein Fremder wäre. Eingeladen hatten sie ihn, aber es schien so als ob sie nicht mit ihm gerechnet hätten und ihn ausschließen wollte. Diese eisige Stimmung spürend klammerte er sich an mich. Ich machte kurzerhand mit ihm kehrt und wir gingen nach Hause. Hier suchten wir uns schöne Filme wie Karneval der Tiere aus, hörten und tanzten zu Musik. Die Stimmung wurde immer gelöster und ich dachte nicht mehr an die verloren gegangene Party mit meinen Freundinnen. Mein Cousin hatte so viel Spaß, dass ich mir wünschte, dass der Abend nicht zu Ende gehen würde.

6 Kommentare zu „Die Faschingsfeier“

  1. Schöne „Freunde“ waren das! 😡😤
    Ich hoffe, er hat das alles gut überstanden, denn es ist oft nicht einfach, Menschen zu finden, die einen nicht nach der Ausstattung des Geldbeutels (der Eltern) beurteilen. Gut, dass du an seiner Seite warst und es ihm vorleben und ihn ablenken konntest. 😁👍
    Danke dir!
    Sonntagmorgenkaffeegrüße 😁🌥️🌼☕🍩👍

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    1. Ja, gute Freunde zu finden ist nicht leicht, liebe Christiane.
      Die Geschichte an sich ist so nicht passiert. Ähnliches dürfte aber öfter geschehen, als wir denken.
      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
      Monika

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  2. Mobbing gab es schon immer… Diese mehr oder weniger subtilen Ausgrenzungsversuche in der Kindheit und Jugend – sie können prägend sein… Hoffentlich kommt er darüber hinweg! Es ist für Außenstehende immer einfach, zu sagen: „Such Dir andere Freunde…“

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