Winterspaziergang durch den Englischen Garten in München

Wer wie Friedrich Ludwig von Sckell den Englischen Garten in München entworfen hat, darf in diesem gerne mittels Denkmal geehrt werden, auch wenn es so aussieht…

…und mich als „Lustwandler“ bezeichnet. Fotos: Bernhard Huber

Nur ein Zungenschlag

Hoffnungsschimmer, unverzeihlich und nähen: Diese drei Stichwörter zur ersten Schreibeinladung von Christiane in diesem Jahr haben mich veranlasst, eine Beobachtung zu schildern, die eigentlich belanglos, mir aber vielleicht gerade deshalb aufgefallen ist.

Weiterlesen „Nur ein Zungenschlag“

Wie ich einmal an Silvester verschnupft war und die Böllerschüsse wie üblich wieder zu früh losgingen

Wenn ich ein rasender Reporter wäre, würde die Geschichte so beginnen:

„Silvester 1995: Einem Mann in mittleren Jahren ist es nicht vergönnt, den Aus­klang des Jahres in fröhlicher Stimmung zu erleben. Er denkt an den neuen Werbespot für Tempotaschentücher, in denen allen leidgeprüften Nasen eine be­sondere Weichheit versprochen wird, damit sie im Falle eines Schnupfens nicht allzu wund gerieben werden, Ergebnis exzessiven Schneuzens. Laut nie­send tut er seiner im Haus verstreuten Familie kund, dass ihn eine böse Erkältung er­wischt hat. Aber die weiß das längst. Er niest nicht zum ersten Mal. Deshalb fühlt sich niemand verpflichtet, ihm ein „Helf Gott!“ oder „Gesundheit“ durch das Treppenhaus zuzurufen. So schnell gewöhnt sich der Mensch an das Leid ande­rer…“

Weiterlesen „Wie ich einmal an Silvester verschnupft war und die Böllerschüsse wie üblich wieder zu früh losgingen“

Wie ich einmal auf dem münchner Christkindlmarkt nicht zahlen konnte

Es war am 18. Dezember 1992, dem Jahr, da es mit unserer Wirt­schaft abwärts ging. Es war Freitag, und ich habe mich im Büro schon auf Weihnachten einge­richtet. D.h. ich schraubte meine Moti­vation auf das gerade noch nötige Mindest­maß herunter und machte nicht zu spät Schluss, sondern vergleichsweise früh, und die Familie, die außer mir aus Frau, Sohn und Tochter besteht, hat mich zum Schwimmen abgeholt.

Weiterlesen „Wie ich einmal auf dem münchner Christkindlmarkt nicht zahlen konnte“

Weihnachten ohne Christbaum

Der Christbaum ist bei uns schon lange kein Problem mehr. Aber er war es. Denn irgendwie fehlte immer der Platz, wo er stehen konnte, ohne dass man sich an ihn gestoßen hätte. Einmal musste ich den Christbaum mühsam für den Ständer zuspitzen, obwohl ich über neununddreißig Fieber hatte. Das war wahrlich kein Vergnügen.

Weiterlesen „Weihnachten ohne Christbaum“

Zum 4. Advent

Der Abend kommt von weit gegangen…

Der Abend kommt von weit gegangen
durch den verschneiten, leisen Tann.
Dann preßt er seine Winterwangen
an alle Fenster lauschend an.

Und stille wird ein jedes Haus;
die Alten in den Sesseln sinnen,
die Mütter sind wie Königinnen,
die Kinder wollen nicht beginnen
mit ihrem Spiel. Die Mägde spinnen
nicht mehr. Der Abend horcht nach innen
und innen horchen sie hinaus.

Rainer Maria Rilke (aus: Advent)

Geheimniskrämerei an Weihnachten

Überraschungen können wirklich überraschend sein. Trotzdem mag ich die mit Weihnachten verbundene Geheimniskrämerei überhaupt nicht. Gerade ihr laste ich an, dass sie einen großen Teil zu dem Stress beiträgt, der jährlich ausgerechnet an diesem wundervollen Christenfest aufkommt und nicht selten zu Zank und Streit in den Familien führt. Wenn dann auch noch, wie ich das einmal erlebt habe, genau am Heiligen Abend bei einem Familienmitglied eine Blinddarmentzündung die größte Bescherung ist, ist das Chaos perfekt. Denn Überraschungen an Weihnachten gelten nur dann als solche, wenn sie geplant sind und nicht zufällig daherkommen.

Weiterlesen „Geheimniskrämerei an Weihnachten“

„…weil ich dich liebe“

Es ist nicht wahr, dass unser Gott, der Gott der Christen, denen die Macht gegeben ist, seine Kinder zu sein – es ist nicht wahr, dass dieser Gott, unser Vater im Himmel, ein rachelüsterner Gott ist.

Und an der Spitze des Tannenbaumes hing ein silbrig gekleideter rotwangiger Engel, der in bestimmten Abständen seine Lippen voneinander hob und „Frieden“ flüsterte, „Frieden“. (Heinrich Böll, Nicht nur zur Weihnachtszeit)

Weiterlesen „„…weil ich dich liebe““

Auch eine frohe Botschaft

Bedeckt ist alles ringsumher 
von einem weißen Schneenkleid. 
Das kommt jetzt nicht von ungefähr, 
denn es ist nämlich Weihnachtszeit. 

Es ist sogar schon Heiligabend; 
freudig erregt betrachte ich, 
mich an dem Anblick weidlich labend, 
die Äcker, die so weihnachtlich. 

Ich warte sehnlichst auf die Stunde, 
in der man deutlich überall 
vernehmen kann die frohe Kunde 
mit lautem Fanefarenschall, 

die Kunde, die so lieblich klingt, 
die, wie es schon so oft geschah, 
uns allen sehr viel Freude bringt: 
Traritrara, die Post ist da!