RIP Sommer in der Stadt

Die Corona-Pandemie brachte in München den Sommer in der Stadt auf den Plan. An verschiedenen Plätzen fanden im Sommer Freiluftkonzerte statt. Auch wenn diese teilweise kostenlos waren, sollten sie die Künstler unterstützen, da sie ihre CD‘s verkaufen durften. An kühlen Sommerabenden bin ich zu manch einem Konzert gegangen. Es waren schöne und interessante Gruppen dabei, die ich sonst nicht so entdeckt hätte.

Weiterlesen „RIP Sommer in der Stadt“

Abtreibungsdebatte – das Recht auf den eigenen Körper oder das Recht auf Leben

In den USA wird wieder demonstriert. Auf den Schildern steht: Mein Körper, meine Entscheidung. In Deutschland wird über die Abschaffung des Paragrafen 219 a diskutiert.

Weiterlesen „Abtreibungsdebatte – das Recht auf den eigenen Körper oder das Recht auf Leben“

John Conolly: Das Buch der verlorenen Dinge

David lebte in London zur Zeit des Zweiten Weltkriegs, als seine Mutter starb. Immer mehr verwischten sich Realität mit Fantasie. Als er dann mit seinem Vater zu dessen neuer Frau zog und er einen Halbbruder bekam, änderte dies sein Leben. Er zog sich immer mehr zurück und die fantastische Welt schien die Realität immer mehr zu verdrängen.

Weiterlesen „John Conolly: Das Buch der verlorenen Dinge“

Frau Grafs Giräffchen

Irgendwie hätte ich das folgende gerne wirklich erlebt. Das war aber meiner Fantasie vorbehalten, die mich zu meiner allergrößten Freude einmal mehr nicht im Stich ließ, als Christiane mit den Wörtern Giraffe, mondsüchtig und suchen wieder zum Schreiben einlud.

Als ich noch bei Frau Graf in Untermiete wohnte, bestand meine Miete nicht in der Zahlung eines bestimmten Geldbetrages, sondern in einer Dienstleistung. Ich hatte ihre Giraffe, damals noch ein kleines Giräffchen, einmal am Tage Gassi zu führen.

Giraffen pflegen ihren Kopf ziemlich weit oben zu tragen. Zusammen mit der merkwürdigen Tatsache, dass ihre Zunge blau ist (könnt ihr beim nächsten Tierparkbesuch gerne überprüfen, falls ihr mir nicht glaubt), gelten sie deshalb als blasiert und eingebildet.

Aber Frau Grafs Giraffe war nicht so. Im Gegenteil: Lieb war sie. Sie hatte einfach nur eine leicht mondsüchtige Art an sich, was aber einfach daher rührte, dass ihre ins Vertikale neigende Statur nicht die Bodenhaftung ausstrahlte, wie man sie vom Regenwurm kennt. Ich flanierte gerne mit ihr durch den Englischen Garten in München, vorbei am Monopteros, am Chinesischen Turm und an den Tretbooten nebst Enten im Kleinhesseloher See.

Aber das Giräffchen wuchs, und ihr Hals wurde länger und länger. Das ging soweit, dass, wenn die Wolken niedrig am Himmel standen, von ihrem Kopf kaum mehr etwas zu sehen war. Als ich Frau Graf darauf ansprach, meinte sie, sie suche schon länger nach einer neuen Unterkunft, in der für ihr langhalsiges Haustier genug Luft nach oben wäre.

So wohnen wir drei jetzt in einem Hochhaus, und ich gehe weiterhin täglich mit einer ausgewachsenen Giraffe im Englischen Garten Gassi, die freilich für mich immer Frau Grafs Giräffchen bleiben wird.