Mark Twain und Philip Stead: Das Verschwinden des Prinzen Oleomargarine

Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes. Erstens ist es das einzige Kinderbuch von Mark Twain. Zweitens wurde es per Zufall entdeckt. Ein Forscher suchte nach einem Schriftstück für sein Kochbuch von Mark Twain. Dabei fand er einen Zettel mit dem Wort Margarine. Nach näherem Beschäftigen stellte sich heraus, dass es Bruchstücke einer Kindergeschichte sind. Mark Twain muss sie, nachdem er sie abends seinen Töchtern erzählt hat, stichpunktartig aufgeschrieben haben. Die unvollständigen Texte wanderten weiter, bis sie zu Philip und Erin Stead kamen. Der Autor Philip Stead vervollständigte die Geschichte, indem er ein Treffen mit Mark Twain dazu dichtete. Doch mitten im Gespräch verschwand Mark Twain. Erin Stead dagegen ist für die Illustrationen zuständig.

In einem Land, in dem die Armen arm und die Reichen reich bleiben, lebte Johnny mit seinem Großvater. Sie waren arm und Johnny hatte ein Huhn namens Pest und Hungersnot. Eines Tages sollte er auf den Markt gehen und das Huhn verkaufen. Dort trifft er eine Frau, die ihm für das Huhn spezielle Samen gibt. Nach der Heimkehr war Johnnys Großvater so wütend darüber, dass er die Samen nahm und auf sie trampelte. Nachdem er starb, fand Johnny einen letzten Samen. Diesen setze er ein in der Hoffnung auf das Versprechen der alten Frau. Wenn er die Blumen richtig pflegte und davon aß, würde es ihm an nichts mehr fehlen. Als er diese eine Blume letztlich aß, verspürte er immer noch Hunger.

Enttäuscht wanderte Johnny weiter und ließ sich in der Wildnis nieder. Plötzlich aber hörte er die Tiere sprechen und konnte ihnen sogar antworten. Er wurde in ihre Mitte aufgenommen und verspürte seitdem keinen Hunger mehr. Eines Tages fanden sie eine Verlautbarung des Königs, dass der Prinz verschwunden sei und Hinweise belohnt werden. Mithilfe seiner tierischen Freunde konnte Johnny sich auf die Suche nach dem Prinzen begeben.

Das Buch ist sehr humorvoll und liebevoll geschrieben. Philip Stead ist es gelungen, ein Denkmal für Mark Twain zu setzen und ein sehr schönes Kinderbuch zu schreiben, das auch Erwachsene mit einem Lächeln zurücklässt. Die feinen und wunderschönen Illustrationen von Erin Stead fügen sich wunderbar in den Erzählfluss und runden das Buch in wundervoller Art und Weise ab.

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