Überfülle der Natur

Selbst wenn die drei Stichwörter „Schlick“, „ominös“ und „putzen“ heißen, mit denen Christiane dieses Mal zur abc Etüde bittet, fangen meine grauen Zellen zu rotieren an, um schließlich folgendes von sich zu geben.

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Die Faschingsfeier

Aus Christianes Blog

Dieses Mal kam mir relativ schnell die Idee, dass eine Picknickdecke als Faschingskostüm gebraucht werden kann. Die drei Wörter von Christianes Schreibeinladung „Picknickdecke, verwegen, recherchieren“ waren somit auch alsbald in die Geschichte eingebunden.

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Meine schwere Wolldecke

Ich finde immer mehr Gefallen am Schreiben auf Zuruf von Stichwörtern. Obwohl ich schon nicht mehr mit einer Idee gerechnet habe, unter die ich Korsett, rechtsdrehend, dampfen, Baracke, lau und widerfahren in der geforderten Länge von 500 Wörtern verbinden konnte, hat sie sich plötzlich doch eingestellt. Hier das Ergebnis.

Ein von einem Korsett auf Schönheitsidealmaß zurechtgeschnürter Körper kann sich nicht unwohler fühlen als ich. Umgeben von einer schweren dunklen Hülle, unter der ich dampfe wie sonst höchstens in der Sauna, hocke ich in diesem Zimmer, das eher eine Baracke ist. Über mir gibt sich ein windschief angebrachter Ventilator alle Mühe, wenigstens ein bisschen Kühlung zu erzeugen, während ich den rechtsdrehenden Zeigern einer Kuckucksuhr dabei zusehe, wie sie die Zeit vor sich hertreiben, als wollten sie sie endlich zum Abschluss bringen. Immerhin: Die Luft wandelt sich von tropisch heiß bis erträglich lau, als mich der Morgen aus den Klauen dieses merkwürdigen Traumes, wie er einem eher selten widerfährt, erlöst. Ich werde keine Nacht mehr mit meiner schweren Wolldecke verbringen.

Wie im Schnellkochtopf

Die Idee zu diesem Text basiert auf den Wörtern Korsett, rechtsdrehend und dampfen der abc-Etüden von Christiane.

Muss man für die Schönheit wirklich leiden? Kein Dresscode dieser Welt kann doch die ästhetisch motivierte Leidensbereitschaft des Menschen hinreichend erklären. Und überhaupt: Was ist schön?

Eine menschliche Figur etwa, die zwischen den Stäbchen eines festgezurrten Korsetts von ständigen Ohnmachtattacken bedroht ist? Oder die sich in einem wurstpellenähnlichen Kleidungsstück nicht mehr natürlich bewegen lässt? Oder Füßchen in hochhackigen Schühchen, die jeden Schritt zu einer äquilibristischen Herausforderung machen?

Auch die Männermode hat immer wieder versucht, das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit auszuhebeln. Von der gepuderten Perücke über ehrfurchgebietende Talare bis zum Vatermörder(!)kragen gibt es alles (Un-)Mögliche, was mir schon beim bloßen Ansehen den Angstschweiß auf die Stirne treibt.

Ich erinnere mich gut, dass meine Erstkommunion kein Vergnügen war. Ein Anzug aus rauer Schurwolle machte diesen Tag für mich, dessen Haut gerade auf Wolle empfindlich reagiert, zur reinen Tortur. Wie soll man da fromm sein?

Nie werde ich begreifen, dass auch die Damen nicht davor zurückschrecken, sich mit dem überflüssigsten aller Textilien, der Krawatte nämlich, die Hälse zuzuschnüren und das auch noch emanzipiert zu finden. Dabei muss man, als hätte man es mit links- oder rechtsdrehenden Milchsäurebakterien zu tun, diesem Stoffstück auch noch hemd- und anlassbezogen den richtigen Spin verpassen. Wikipedia kann man entnehmen, mit wie vielen Knotenvariationen man Luft- und Speiseröhre unter Druck setzen kann. Bei zehn habe ich aufgehört zu zählen.

Es wäre ja zum Mönchwerden, wenn nicht auch hinter Klostermauern strenge Kleidervorschriften herrschen würden. Ich möchte nicht wissen, welche Gewichte Nonnen und Mönche auf ihren gottgeweihten Leibern Tag für Tag hin und herbewegen. Als einer, der das Wort „Hyperhidrosis“ aus leidvoller Erfahrung kennt, würde ich mir unter diesen Stoffdunstglocken vorkommen wie in einem dampfenden Schnellkochtopf. Dann schon lieber FKK. Aber mit der Sonne steht meine Haut auch auf Kriegsfuß.

Ein skrupelloser Anruf

Wieder einmal lädt Christiane ein, etwas zu drei Wörtern zu schreiben. In diesen zwei Wochen sind es die Wörter Pfanne, glücklich und trennen. Mein Co-Autor hat schon einen Beitrag dazu gegeben. Ich selbst habe mich zu einer etwas längeren Geschichte hinreißen lassen.

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Griesgrämig

Dieses Mal lädt Christiane dazu ein, die Wörter Pfanne, glücklich, trennen zu einem Ganzen zu verbinden.

Dieses Mal lädt Christiane dazu ein, die Wörter Pfanne, glücklich, trennen zu einem Ganzen zu verbinden.

Obwohl die drei in der Pfanne vor sich hinschmurgelnden Dotter Eiern von glücklichen Hühnern entstammen, wirkt deren Gelb irgendwie griesgrämig, nachdem es von seinem Eiklar, das einer Zukunft als Baiser entgegensieht, getrennt worden ist.

Erlebnis mit der Schmerzskala

Da liegen drei Wörter vor einem. Ohne jedem Zusammenhang und damit ohne Sinn. Plötzlich macht es Klick im Hirn, und Zusammenhang sowie Sinn sind auf einmal völlig klar. Es geht um Christianes Schreibeinladung mit den Wörtern Sonnenhut, haltlos und massieren, die ich wie folgt verbinde:

„Sie können sich ja kaum bewegen“, sagt Frau Paukert und mustert mich mit prüfendem Blick.

„Ich habe mir den unteren Rücken verzerrt.“

„Wie ist denn das passiert?“

„Ich bin meinem Sonnenhut hinterhergehechtet.“

„Wie bitte?“

„Ich habe gestern beim Spazierengehen meinen Freund getroffen, auch ein Rentner wie ich. Wir sind ins Plaudern gekommen über die politische Lage. Was zwei Freunde halt so sagen, wenn sie sich zufällig begegnen. Ich sagte, dass seine Kritik an unserem Ministerpräsidenten überzogen und haltlos ist. Darauf er: Ich geb dir gleich ein haltlos, und stupst meinen Sonnenhut nach hinten. Er wollte ihn mir nicht vom Kopf stoßen. Es war scherzhaft gemeint.“

„Mit schmerzhaften Folgen für Sie. Dabei sollten Sie wissen, dass man in Ihrem Alter Sonnenhüten nicht mehr hinterherhechtet. Man lässt sie fallen.”

„Sie haben gut reden. Der Hut war nagelneu.“

„Im Unterschied zu Ihnen.“

„Es war ja nur so eine reflexartige Bewegung von mir, die zur unfreiwilligen Pirouette ausartete.“

„Das hätte ich gerne gesehen.“

„Ich auch.“

„Und jetzt drehen Sie sich bitte auf den Bauch, damit ich Sie massieren und wieder entzerren kann.“

Frau Paukert hat mir früher einmal gesagt, dass es eine Schmerzskala gibt, die bis zehn geht. Aber nach meinen Erfahrungen mit ihren physiotherapeutischen Kräften kann ich das nicht glauben. Sie muss wie die Richterskala für Erdbeben nach oben offen sein.

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