Abschied von Benedikt XVI.

Heute wird der emeritierte Papst Benedikt XVI. in Rom beigesetzt. Er ist an Silvester gestorben.

Es hat schon viele Nachrufe und Dokumentationen im Fernsehen und den Mediatheken gegeben. Zwei Ereignisse machen sein Leben besonders. Er war nach Gregor V. (996) und Damasus II. (1048) der dritte Papst aus Bayern. Nach Coelestin V. (1294) war er der zweite Papst in der Geschichte, der freiwillig von seinem Amt zurücktrat.

Einerseits überschattete die Missbrauchsaffäre sein Pontifikat. Andererseits aber auch war er es gewesen, der die Aufklärung vorantrieb. Zudem ist es ihm zu verdanken, dass auch in der Kirche die Strafen für die Missbrauchsfälle verschärft wurden. Zum Beispiel wurde die Verjährung verlängert. Auch müssen derartige Verbrechen in Rom gemeldet werden, um Vertuschung zu vermeiden.

Trotz seiner Fehler blieb Benedikt XVI. Gelehrter und ein großartiger Theologe. Seine Schriften und Bücher zeugen davon. Zusätzlich blieb er der Einfachheit nicht nur wegen der Benediktregel (ora et labora), sondern auch aufgrund seiner persönlichen Geschichte verbunden. Nach seiner Wahl zum Papst bezeichnete er sich selbst als einfachen Arbeiter im Weinberg Gottes.

Mir persönlich sind zwei Werke ganz besonders in Erinnerung. Zum einen die Enzyklika „Deus caritas est“ aus dem Jahr 2006 und die Jesus-Trilogie aus den Jahren 2007 bis 2012.

Ein spezielles und persönliches Erlebnis war der Besuch von Benedikt XVI. in Bayern im Jahr 2006. Ich musste zwar sehr früh aufstehen. Die Messe in Riem am 10. September 2006 machte jedoch auf mich – als damalige Theologie-Studentin – einen enormen Eindruck. Die Stimmung war besonders und ich werde dieses Gefühl und die Erinnerungen daran immer in meinem Herzen tragen. Der Papst hat mich an diesem Tag sehr beeindruckt.

Wer bei der Messe in Riem über dem Altar-Pavillon den Himmel beobachtete, konnte eine Wolkenformation betrachten, die einem Engel glich. Foto: Bernhard Huber

Möge er seine letzte Ruhe finden und Gott schauen.

2 Kommentare zu „Abschied von Benedikt XVI.“

  1. Er war sicher ein bescheidener Mensch und ein bemerkenswerter Theologe. Als Papst hat er mich doch eher enttäuscht, da war er mir zu konservativ.
    Aber nun hat er sein erfülltes Leben in Gottes Hand zurückgegeben.
    Möge er in Frieden ruhen!

    Mit lieben Grüßen
    Anna-Lena

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