Die Tricks der Verpackungsindustrie

Nachdem ich diesen Beitrag geschrieben habe, habe ich mir erneut die Bilder von Myriade angesehen. Dies könnte dabei durchaus zu Bild Nummer 4 passen mit dem Plastikmüll, der dort zu sehen ist.

Gerade eben habe ich eine interessante Dokumentation gesehen über die Tricks der Verpackungsindustrie.

Dass die Industrie schummelt und in der Verpackung meist weniger ist, als man annimmt, das wusste ich schon. Ebenso wie die fehlende Recyclebarkeit der Produkte. Diese Dokumentation verdeutlicht noch einmal einerseits die Profitgier der Industrie andererseits aber auch das Verhalten der Verbraucher. Während der Dokumentation wurde zum Beispiel ein Unverpackt-Laden gezeigt. Die Kunden dort seien überwiegend älter, da man deutlich mehr Zeit brauche als in einem Supermarkt. Dafür haben zum Beispiel manche keine Zeit. Nicht erwähnt wurde: Der Unverpackt-Laden steht auch nicht an jeder Ecke. Dafür muss man auch meistens einen größeren Weg auf sich nehmen. Dies geschieht dann mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln. Meiner Meinung nach eine Augenwischerei, wenn man dann dafür mit dem Auto eine längere Strecke fahren muss. Ich weiß zwar nicht, was schädlicher für die Umwelt ist, aber das Auto ist bestimmt nicht umweltfreundlich. Außerdem ist er für manche auch schlechter erreichbar, wenn man zum Beispiel kein Auto besitzt. Auch der Transport ohne Auto wird sich schwerer gestalten. Die Frau, die im Film eingekauft hat, ist mit dem Auto zum Unverpackt-Laden gefahren. 

Hier wurde auch gezeigt, wie man zum Beispiel Deo schnell selbst herstellt. Dennoch: Auch dafür muss man sich die Zeit nehmen. Wenn man alles selbst herstellt: Seife, Deo, Waschmittel, Spülmittel, etc., ist man bestimmt eine Zeit lang beschäftigt.

Die Töchter der Familie haben zudem im Film gesagt, dass sie zum Beispiel die Geschenke in Zeitungspapier einpacken. Ich frage mich: Wenn sie auf Verpackung verzichten, warum packen sie die Geschenke dann überhaupt ein? Das Zeitungspapier könnte man bestimmt auch anderweitig verwenden, wenn man es konsequent zu Ende denkt.

Ein weiterer Punkt, der angesprochen wurde, ist Gemüse und Obst, die in Plastik eingepackt sind. Ja, das ist lästig. Zumal in manchen Geschäften kaum loses Gemüse angeboten wird. Dennoch: Auch hier wurde ein Punkt nicht erwähnt. Die Kunden greifen teilweise zum verpackten Gemüse, da dies teilweise günstiger ist als unverpackt. In Zeiten hoher Inflation muss man auch hier den Menschen zugestehen, dass sie mehr auf das Geld schauen müssen. Da stehen Aspekte wie Umweltfreundlichkeit oder Bio zurück. Daher lässt sich auch der Trend weg von Bio beobachten, wie schon der SWR zum Beispiel im Juli 2022 berichtet hat. Ein ähnliches Phänomen wird auch hier zu beobachten sein.

Aus diesen Gründen hat mich persönlich der letzte Satz in der Dokumentation irritiert: „Wir haben es selbst in der Hand.“ Natürlich gibt es immer Dinge, die man bewusster einkaufen sollte. Dennoch entscheidet einerseits die Praktikabilität aber auch die Preisgestaltung über das Einkaufsverhalten vieler Menschen.

4 Kommentare zu „Die Tricks der Verpackungsindustrie“

  1. Oh ja, Verpackungen sind für mich auch ein großes Thema, vor allem seit es sich eingebürgert hat, immer wieder da und dort Essen zu bestellen und liefern zu lassen. Berge von Verpackungen türmen sich da nach einem einzigen Essen auf.
    Andererseits ist es auch eines von vielen Themen, die zeigen, wie kompliziert die Frage des umweltfreundlichen Handelns ist. Es sind so viele verschiedene Aspekte, die man sehen muss, um zu beurteilen, was in letzter Konsequenz tatsächlich ökologisch ist. Ob es für jemanden, der/die nicht den totalen Durchblick über Produktion, Verwendung und Recycling eines Produkts hat, überhaupt möglich ist, zu beurteilen, wie die ökologische Bilanz dieses Produkts ausfällt?
    Zum Beispiel frage ich mich immer – und habe keine Antwort darauf – ob es ökologischer ist, Farbreste in den Müll zu befördern oder sie aus Tüchern, Paletten etc herauszuwaschen.
    Ein interessantes Thema für einen Beitrag zu dem Foto mit den beiden Mädels, die ihre Kekse aus Plastikverpackungen essen und ihre Cola aus Dosen trinken, wie wir alle zumindest gelegentlich……

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    1. Das stimmt. Es ist vielschichtig und man kann als Laie nicht alles sehen.
      Jedenfalls sollte jeder damit bewusst umgehen.
      Einheitliche Lösungen für alle dagegen scheinen mir nicht sinnvoll ebenso wenig wie Pauschalisierungen.

      Gefällt 1 Person

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