1. Advent

Freude als Leitmotiv
Dieses Bild, das meine Adventsreihe begleitet, zeigt den Innenraum der Kapelle Zur Heiligen Familie in Holzkirchen. Am 4. Advent werde ich kurz die künstlerische Idee dahinter erläutern. (Foto: Bernhard Huber)

Heute und an den kommenden drei Adventssonntagen möchte ich ein paar Betrachtungen zum adventlichen Geschehen, wie es die Bibel berichtet, anbieten. Dabei soll mich nicht theologischer Feinsinn, über den ich erst einmal verfügen müsste, leiten, sondern das schlichte Gemüt dessen, der schon seit Jahrzehnten täglich in der Bibel liest und sie auf diese Weise schon das ein oder andere Mal komplett gelesen hat – und der nicht genug über das staunen kann, was diese Lektüre mit ihm macht.

Der Advent wartet mit einer Geschichte auf, die einigermaßen wundersam, aber auch zauberhaft und irgendwie attraktiv ist – und die sich letztlich nur im Licht des Glauben erschließt.

Der Evangelist Lukas berichtet davon, dass der Engel Gabriel zur Jungfrau Maria gesandt wird und sie „Begnadete“ nennt, worüber sie erst einmal erschrickt. Was passiert hier, wird sie sich gefragt haben, und der Engel verkündet ihr, sie werde einen Sohn gebären, dem sie den Namen „Jesus“ geben soll. Er würde darüber hinaus „Sohn des Höchsten“ genannt werden. Kein Wunder, dass Maria erst einmal nichts begreift, da sie ja mit keinem Mann verkehrt oder keinen Mann „erkennt“, wie sie sagt. Aber weil für Gott, wie sie als gläubige Jüdin weiß und was der Engel ausdrücklich feststellt, nichts unmöglich ist, wandelt sich ihr zweifelndes Zögern um in Zustimmung: Gottes Wille möge geschehen. Das bedeutet nicht, dass Maria aufs Wort Gottes gehorcht, sondern dass sie darauf hört und dass dieses Wort ihr Herz so sehr bewegt, dass sie Gottes Willen zulässt.

Marias Ergebenheit in den Willen Gottes („Mir geschehe nach deinem Wort” – wie zentral dieses Wort „Wort” für den christlichen Glauben ist, kann ich hier nur zart anklingen lassen) entspricht dem Vaterunser, dem zentralen Gebet der Christen, in dem es heißt, der Wille „unseres“ Vaters im Himmel möge geschehen. Und Jesus selbst sagt kurz vor der qualvollen Hinrichtung am Kreuz, dass nicht sein, sondern der Wille des Vaters geschehe. So mündet der Wille des Menschen ein in den Willen Gottes, wird eins mit ihm, wird kurzum göttlich. Abwegig und schräg, irre und krass. Vor allem aber: faszinierend. Dass wir diesem Ereignis schließlich auch eines der reizendsten Gebete der Christenheit, das „Magnificat“, verdanken, darf nicht unerwähnt bleiben.

Das ganze steht unter der Überschrift „Freude“: Das ist das Wort, unter das der Engel seine Botschaft einordnet. Das Leitmotiv für den Advent.

Kirche St. Severin in Garching bei München (Foto: Bernhard Huber)

In der künstlerischen Darstellung von Maria spielen Blau sowie Gold eine wichtige Rolle. Gelegentlich ist auch Rot anzutreffen. Damit wird die Einzigartigkeit Mariens für den christlichen Glauben sinnbildlich zum Ausdruck gebracht. Die biblische Erzählung über die armseligen Umstände der Geburt Jesu in einem Stall steht dazu freilich in einem auffallenden Kontrast.

Autor: Emsemsem

Ob gereimt oder nicht: Ich mach's und mag's kurz auf Emsemsem.net, wo es vorwiegend Aphorismen und Gedichte gibt. Ein paar Kleinigkeiten gibt es auch auf youtube.de/@emsemsem.

4 Kommentare zu „1. Advent“

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