Nicht aus der Leitung

Bei der aktuellen Schreibeinladung Christianes hat mich vor allem eines der drei zu verarbeitenden Wörter (Regentonne, sensibel, schwanken) zum Thema meiner kleinen Erzählung „verführt“.

Mag sein, dass wir bei Hege und Pflege unseres Gartens, der eher ein Gärtchen ist, nicht besonders einfühlsam zu Werke gehen. Wir verstehen einfach zu wenig davon. Aber er erfüllt zuverlässig seinen Zweck, nämlich unser Herz zu erfreuen.

Deshalb lassen wir ihm möglichst viele Freiheiten. Das Schöne ist ja: Es wächst alles von alleine. Auch Tiere schauen vorbei: Rotkehlchen und Rotschwänzchen, Stieglitze, Kohl- und Blaumeisen, Amseln, Tauben, manchmal ein Eichelhäher, auch Igel oder Eichkätzchen. Ihrer aller aufgeregtes und aufregendes Streben zielt jedoch nicht immer nur auf Futter, wie man meinen möchte. Es werden auch ausgerupftes Moos und Zweiglein gebraucht, etwa für den Nestbau. Vor ein paar Wochen hat sich sogar ein Entenpärchen zu uns verirrt, das mit ihrem eigentümlich schwankenden Watschelgang den Garten nach Verwertbarem durchsucht hat.

Gegossen wird unser Garten sehr selten. Das überlassen wir dem Himmel über uns, und wenn wir einmal doch gießen, dann nicht mit Wasser aus der Leitung. Lieber sammeln wir Regenwasser. Das reicht allemal, weil wir keine sensiblen Pflanzen zu versorgen haben. Unsere halten was aus.

Zweimal im Jahr ist etwas mehr zu tun, im Frühjahr, wenn der Sommer, und im Herbst, wenn der Winter vor der Tür steht. Dann wird ein bisschen zurechtgeschnitten, und wenn die Tage merklich kürzer und die Temperaturen niedriger werden, stellt sich auch noch die Frage: Wann leeren wir die Regentonne?

Autor: Emsemsem

Ob gereimt oder nicht: Ich mach's und mag's kurz auf Emsemsem.net.

10 Kommentare zu „Nicht aus der Leitung“

  1. Das klingt nach einem sehr pflegeleichten Garten – und danach, dass ihr euren Garten nicht als Prestigeobjekt anseht, wenn ihr schon beide nicht den wahnsinnig grünen Daumen habt. Gefällt mir, diese Haltung. Ich habe auch eine grüne Wildnis vor der Tür. 🐿️🐁🐝🐜🐞🕷️🕸️🦟
    Morgenkaffeegrüße und danke für die Etüde! ☁️🌻☕🍪👍

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  2. Ein zu großer Garten ist auch eher eine Last. Sehe das hier im Nachbardorf: ein Prunkgarten von 5.000 qm, angelegt vor über 20 Jahren von einem hier bekannten Arzt. Auszeichnungen gewonnen bei mehreren Tagen des „offenen Gartens“. Jetzt seit ein paar Jahren, weil der Arzt alt und gebrechlich geworden ist, verkommt der ganze Garten zusehends. Kinder sind entweder keine da oder haben kein Interesse oder Zeit, denn der der Aufwand war/ist riesig und erfordert täglich mehrere Stunden Einsatz.
    Es war sein Traum, und der endet jetzt mit ihm.

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