Gelbfarbenfrohes Glibberding

Christianes Schreibeinladung war wieder einmal eine besondere Herausforderung, dieses Mal mit den Stichwörtern Wackelpudding, unverdrossen und knistern. Meine Lösung dazu wie folgt.

Wackelpudding trifft es nicht. Denn in Wirklichkeit ist es ein grellfarbenfrohes glitschiges Glibberding. So jedenfalls kenne ich ihn, den ich auch als Götterspeise abgespeichert habe; allerdings nur aus meiner Zeit als Gymnasiast, während der ich in einem Schülerheim gewohnt habe, und obwohl das schon so lange her ist, sehe ich ihn immer noch wie ein Häufchen Elend zittern, während ich ihn genüsslich unter meiner Nase verschwinden lasse.

Nichts an ihm knuspert und knistert. Mit Kauen ist ihm nicht beizukommen. Zahnlosigkeit ist bei dieser Speise also kein Nachteil. Noch nicht einmal lutschen lässt er sich. Er flutscht und rutscht einfach durch die Speiseröhre, sonst nichts. Fachbegriffe aus der Küche wie Textur oder Konsistenz gleiten an ihm ab. Seine einzige Berufung: schmecken. Nicht zuletzt wegen dieser vanillig hellen Sauce oben drauf. Es war natürlich nichts als Pennälerbosheit, als wir diese schwabbelige Erfindung eines kulinarischen Extremisten mit den Farbwerken Höchst in Verbindung brachten.

Höchst, immerhin ein Weltkonzern, ist schon vor langer Zeit quasi über Nacht von der Bildfläche verschwunden, was natürlich nicht auf das Konto des Wackelpuddings geht. Aber wer weiß das schon so genau. Jedenfalls können Weltkonzerne wie weiland das Römische Reich einfach so das Zeitliche segnen, während der Wackelpudding unverdrossen weiterwackelt, dass es eine Freude ist.

Autor: Emsemsem

Ob gereimt oder nicht: Ich mach's und mag's kurz auf Emsemsem.net.

14 Kommentare zu „Gelbfarbenfrohes Glibberding“

  1. Also, wenn der Wackelpudding dereinst mal bei „Das war dann mal weg“ aufgeführt werden wird, werde ich nicht trauern. Aber wer damit viele Erinnerungen verknüpft, klar …
    Farbwerke Höchst! Ich grinse gerade in mich hinein … 😁
    Morgenkaffeegrüße 😁☁️🪔☕🍪👍

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    1. Das mir dieses Ding geschmeckt hat, obwohl wir es quasi unter „Chemie“ kategorisiert haben, liegt an dem Umfeld dessen, was seinerzeit sonst auf den Tisch kam (was ja auch den finanziellen Möglichkeiten geschuldet war).

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        1. Also ich bin dem Wackelpudding inzwischen, ich sag’s mal so, eher abhold, ebenfalls unabhängig vom Preis. Ansonsten hat sich mein Speiseplan von dem meiner Kindheit deutlich emanzipiert, schon allein aus gesundheitlichen Gründen. 😉

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  2. Tatsächlich … Höchst hat vermutlich den Wackelpudding erfunden. Ich kannte ihn als Jelly aus GB und der war mir hoechst suspekt … FLANA, eine Ösi-Marke, liebte ich, allerdings nur, wenn sie aus Schokoladien kam – den aus Vanillin konnten die Geier haben 😉 …

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