Der weiße Ball

Ich kenne mittlerweile jede Faser dieses Tuches. Man sendet mich mehrfach herauf und herunter. Selten falle ich auch in eine Tasche. Leichte Berührungen, vehementes Stoßen oder aber sprunghafte Erinnerungen – all das geschieht in einem Spiel mit mir.

Ich habe keine Rast und Ruhe. Das gesamte Spiel über bin ich aktiv. Nie werde ich aus dem Spiel genommen oder ersetzt. Lande ich in der Tasche oder auf dem Boden, werde ich wieder aufgesetzt.

Keiner denkt daran, dass auch ich mal müde werde. Aus Trotz kann ich die Spieler dann auch mal ärgern. Mit Kicks, unerwarteten Bewegungen oder mit einer kurzen Auszeit in der Tasche. Kitzlig kann es auch ab und zu werden, wenn mich der Schiedsrichter reinigt.

Zum Glück gibt es mit dem Midsession Intervall eine Pause. Mein Arbeitstag kann sehr kurz sein oder aber sich mehrere Stunden in die Länge ziehen.

Ich höre die Begeisterung des Publikums, spüre die Spannung in der Stille und setze meine Reise auf dem Snooker-Tisch weiter fort, bis eine Entscheidung gefallen ist.

2 Kommentare zu „Der weiße Ball“

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