Warum ich Netflix kündigte

Einst dachte ich, dass ich über Netflix meine Englisch-Kenntnisse verbessern könnte. Natürlich kann man dort Filme und Serien auf englisch ansehen. Dies verbessert auch das Hörverständnis. Jedoch gibt es auch viele andere Quellen, um das Hörverständnis zu verbessern wie Podcasts, Youtube oder auch DVDs. Dabei ist es auch, wie fast immer, eine Geschmacksfrage, welches Medium man lieber mag. Dies war für mich der Hauptgrund, Netflix zu abonnieren. Dennoch gibt es einige Punkte, die gegen Netflix sprechen, so dass der Nutzen, den ich anfangs dachte zu haben, nicht mehr so hoch war.

Zum einen ist die Auswahl bei Netflix schon sehr spezifisch. Natürlich haben sie viel im Angebot, aber sie konzentrieren sich doch auf Eigenproduktionen und Serien. Wer aktuelle oder alte Blockbuster sucht, wird hier sicherlich nicht immer fündig. Columbo oder Harry Potter zum Beispiel sucht man vergeblich ebenso wie Unternehmen Petticoat. Die angeblich große Auswahl ist dann doch nicht mehr so vielfältig, wenn man genau hinsieht. Wer die Netflix Serienproduktionen mag, der mag wohl zufrieden sein. Mich jedoch haben sie außer ein paar Dokumentationen nicht überzeugt.

Ein anderer Grund, der mich stark gestört hat, ist, dass ich mir immer wieder dachte: Ich zahle jeden Monat dafür, also muss ich auch schauen, damit es sich lohnt. Dass dies zu Suchtverhalten oder zu vermehrten Schauen führen kann, ist sehr wohl kalkuliert. Man möchte ja schließlich wissen, wie die Serie weitergeht oder mitreden können. Es ist ja alles vorhanden. Für mich selbst war es auch teilweise etwas trügerisch. Wie schon oben erwähnt, wollte ich mein Englisch verbessern. Ich dachte mir, dass ich das tue, wenn ich täglich etwas auf Englisch ansehe. Dennoch ist das allein kaum geeignet, seine Sprachkenntnisse zu vertiefen. Dazu gehört mehr als nur etwas auf Englisch anzusehen. Natürlich kann es das unterstützen. Jetzt aber lasse ich den Fernseher gezielt aus, schreibe eher auf Englisch oder lese konzentriert und suche mir unbekannte Wörter heraus, die ich dann in mein Vokabelheft aufnehme. Das bringt mir eine intensivere Beschäftigung damit als Serien zu sehen. Somit fiel der Hauptgrund für Netflix schon einmal weg, da ich auf anderen Wegen besser zum Ziel komme.

Mich hat auch der Algorithmus von Netflix gestört. Filme und Serien, die vorgeschlagen wurden, waren auf dem Verhalten des Nutzers abgestimmt. Filme, die nicht in das Schema gepasst haben, wurden ausgeblendet und man hat sie lange suchen müssen.

Der wichtigste Grund aber Netflix den Rücken zu kehren, war, dass Netflix eine Datenkrake ist. Die Daten werden nicht nur während der Nutzung gespeichert. Nein! Sie werden auch noch weitere zehn Monate (!) aufbewahrt. In dieser Zeit hat der ehemalige Nutzer die Möglichkeit zurückzukehren, wenn er keine Pause eingelegt hat. Jedoch ist es nicht möglich, Netflix zu kündigen, so dass gleichzeitig alle Daten gelöscht werden.

Netflix und andere Streaming-Angebote mögen ihre Vorteile haben. Jedoch überwiegen für mich die negativen Seiten, so dass ich Netflix gekündigt habe und hoffe, dass sie halten, was sie versprechen: Die Löschung meiner Daten nach 10 Monaten. Kaum jemand wird das kontrollieren und dort nachfragen.

10 Kommentare zu „Warum ich Netflix kündigte“

  1. Nicht zu vergleichen damit war ein Abo eines konzertstreamers. Ich blieb 6 monate dabei.
    Jeden Montag um 21 Uhr fand ein Konzert statt, gerade zeitgleich mit einer politischen Sendung.
    Das Angebot war gut, aber wurde Mut der Zeit dann doch überflüssig.
    Englisch lernt man am besten im Sprechen und auch schreiben. Das lesende oder hörende konsumieren ist zwar wichtig, aber reicht nicht aus.

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  2. Danke Monika für deine Meinung dazu.
    Wir haben es erst kürzlich abonniert. Gut finde ich dass man es jederzeit kündigen kann. Da die Videotheken aussterben ist es vielleicht eine gute Alternative. Die Zeit wird es zeigen.
    LG, Nati

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    1. Ja, das fand ich anfangs auch gut. Jeder muss selbst wissen, ob es gut ist. Ich sehe trotz der Möglichkeit , es jederzeit zu kündigen, dass es ein Abonnement ist. Diese prüfe ich immer wieder, ob es noch Sinn macht. Zeitschriften zum Beispiel habe ich nicht abonniert. So muss ich mich nicht festlegen und kann mich über mehr Themen informieren.
      Netflix selbst, habe ich festgestellt, schlägt immer ähnliche Filme oder Serien vor. Eine große Erweiterung war es für mich nicht.
      Wenn es bei euch anders ist, würde ich gerne nach einer gewissen Zeit deine Meinung dazu lesen.
      Fest steht, dass es viele Daten zieht.
      Liebe Grüße Monika

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      1. Ich bin auch gespannt ob es sich lohnen wird. Zumal man schon einiges für TV/Internet ausgibt.
        Ich selbst habe kaum Zeit fürs TV, bei meinen „Männern“ sieht es etwas anders aus.
        Solche Abos sind oft Datenkraken, darüber muss man sich im Klaren sein.
        Vielleicht schreibe ich nach einer Eingewöhnungszeit auf meinen Zweitblog darüber, dann denke ich an dich.
        LG, Nati

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