Lilu – Liluland/Teil 3

Jeder, der schon einmal geflogen ist, ist auch schon einmal ge­landet. Ich wusste, obwohl ich nicht zu den Vielfliegern gehöre, dass eine Landung zart und sanft sein kann – wie wenn man sich in einen weichen Stuhl setzt -, und dass sie auch hart und rumpelig sein kann – wie wenn man über eine Böschung kollert.

Nun hatte schon der Flug auf dem Papagei meine ganze Kraft erfor­dert, weil ich mich aus Angst, abzurutschen und unbarmherzig auf die Erde zu fallen, fest an die Federn des Vogels klammerte. Lilu ließ sich natürlich nicht aus der Ruhe bringen. Aber der hat ja immer seine Tricks auf Lager, so dass ihm auch nie ernsthaft was passieren kann.

Als der Papagei zur Landung ansetzte, begannen mir die Ohren zu schwirren, und seither bin ich sicher, dass die Geschichten von Menschen, die nur eine Nacht lang Horror und teuf­lischen Schrecken ausgesetzt sind und in diesen wenigen Stunden graue Haare bekom­men, wahr sind. Ich habe bestimmt auch ein paar graue Haare bekom­men damals.

Der Vogel steuerte auf den Wipfel eines besonders großen Baumes zu. Mit den angezoge­nen Flügeln glich er einem durch die Luft pfeifenden, angeschwollenen In­dianerpfeil. Dann schnellte er ab­rupt in die Höhe – den Ritt auf einem Haken schlagenden Hasen stelle ich mir im Vergleich dazu als eine Komfortreise vor – und dann ließ er sich mit einem Satz auf einen dünnen Ast nieder. Der Ast war zwar zum Fürchten dünn, aber ich war erst mal froh, dass wir wenigstens nicht mehr flogen, sondern Boden, wenn auch nicht festen, unter unseren Füßen hatten.

Übrigens landen in Liluland nicht alle Papageien so umständlich – viele landen noch um­ständlicher. Sie landen alle, wie sie wollen. Ich habe einen gesehen, der im Landeanflug ein paar Purzelbäume in der Luft schlug.

Noch immer klammerte ich mich an meinen Papagei, und ich dachte auch gar nicht daran, loszulassen. Hier, auf dem Rücken dieses Vo­gels, fühlte ich mich den Umständen entspre­chend sicher. Lilu war schon längst abgestiegen und räkelte sich auf dem Ast, der eigent­lich ein Zweiglein war und sich deshalb unter unserer Last bedenk­lich nach unten bog. Da machte er plötzlich einen Schritt nach vorne. Mir stockte der Atem, das Herz, alles.

‘Nein! Tu’ das nicht! Du fliegst runter!’

‘Was hast du? Ich bin kein Papagei mehr. Ich kann also auch nicht mehr fliegen. Ich weiß gar nicht, was du hast weiß ich nicht.’

Stellte sich der nur so dumm oder war er es wirklich?

‘Da wende ich doch einfach meinen Langbeintrick an. Schau’ mal!’

Sein rechtes Bein wurde, nachdem er es nach vorne gestreckt hatte, lang und länger und immer länger, bis es den Boden be­rührte.

Ich bekam große Augen.

‘Und nun folgt mein Kurzbeintrick, und die Sache hat sich.’

Auch das tat er. Er ließ das Bein wieder schrumpfen und war un­ten. Aber ich war immer noch oben.

‘Ach Lilu! Hilf mir!’ schrie ich ihm ängstlich nach. ‘Einen Trick! Gib mir einen Trick! Ich brauche auch so einen Trick! Schnell! Wenn du mein Freund sein willst, musst du mir helfen!’

‘Ich glaube’, sagte er nachdenklich, ‘bei dir hilft nur der Hüpfesanfttrick!’

Ich begriff sofort, was er damit meinte und lehnte natürlich ka­tegorisch ab.

‘Nein, auf gar keinen Fall! Das kannst du nicht von mir verlan­gen! So geht das nicht!’

Noch fester als zuvor klammerte ich mich an das Zweiglein, auf dem wir gelandet waren. Da johlte dieses Zweiglein plötzlich auf und es lachte wie ein Kind, das gekitzelt wird. Da habe ich aber was angestellt. Es schüttelte sich, um sich des Kitzelns zu erwehren und – warf mich schlussendlich ab. Ich stürzte laut brüllend in die Tiefe.

Zum Glück funktionierte Lilus Trick ausgezeichnet. Ich landete weich wie auf Daunenfe­dern. Erleichtert, noch am Leben und sogar unverletzt zu sein, dankte ich Lilu über­schwenglich und ich drückte und küsste ihn unter Freudentränen. Doch er winkte nur ab.

‘Ach was! Das wäre beinahe ins Auge gegangen wäre das, du Angst­hase! Wenn ich nicht blitzschnell vom Hüpfesanft- auf den Fal­lesanfttrick – du bist ja schließlich nicht gehüpft, sondern ge­fallen – umgeschaltet hätte, wärst du jetzt mausetot.’

Ich erschrak.

‘Du musst eben auf mich hören musst du eben und springen, wenn ich sag’: Spring’! Ver­trau’ mir doch einfach. Vertrauen ist einfacher als Misstrauen. Ich wirke ja keine Wunder, sondern wende nur Tricks an.’

Ja, wenn das so ist, dachte ich. Aber auch nur, weil mir nichts anderes einfiel.

‘So, und nun gehen wir!’ sagte Lilu. Es klang wie ein Befehl. Ich ging ohne Widerrede mit. Aber bald fragte ich mich: Wieso eigent­lich? Wo gehen wir überhaupt hin? Ich musste einiges an Mut auf­bringen, um zu sagen:

‘Wo wohnt denn eigentlich dein Bernhardini?’

‘Du hast wohl schon wieder Angst? Aber du sollst doch keine Angst haben, wenn ich bei dir bin. Das weißt du, und ich habe es dir schon ein paar Mal gesagt habe ich es dir. Du machst mich wütend machst du mich, wenn du dauernd Angst hast. Und jetzt sei endlich still, sonst rede ich überhaupt nie mehr mit dir.’

Ich wurde sofort still. Natürlich hatte ich gar keine andere Ant­wort erwartet.

‘Aber’, dachte ich, ‘warte nur ab, mein Kleiner! Wenn ich wieder daheim bin und du un­ter den Bedingungen meiner Welt leben musst, dann hast du auch Angst und dann kriegst du von mir auch eine dumme Antwort zu hören kriegst du!’

Das dachte ich, obwohl ich hätte wissen müssen, dass es Unsinn war. Lilu hatte nie so richtig Angst, auch in meiner Welt nicht. Er hatte zwar Gefühle wie jeder andere Mensch und konnte sich auch fürchten. Aber so klein er war, die Knie zitterten ihm nie vor Angst.

Diese Gedanken im Kopf, fiel mir gar nicht auf, dass uns schon seit geraumer Zeit son­derbare Gestalten begegneten. Auch Lilu schien sie nicht zu bemerken, und mir wurde es erst bewusst, als ein völlig nackter Mensch – ich glaube, es war ein Mann, aber ich weiß es nicht mehr genau – an uns vorbeiging. Er machte einen et­was zerknitterten Eindruck und schüttelte ständig den Kopf. Ver­wundert blickte ich ihm hinterdrein, und das hätte ich nicht ma­chen sollen.

Ich kann euch nur warnen: Blickt nie einem Menschen nach, und wenn er euch noch so sehr in Erstaunen versetzt. Glaubt mir, denn ich weiß, wovon ich rede. Sofort war auch ich nackt.

‘Lilu! Lilu!’ rief ich. ‘Hilfe! Mach’ was! Wenn mich jemand sieht!’

‘Du solltest dich nicht umdrehen und anderen Leuten nachschauen solltest du nicht. Aber mir soll’s recht sein, wenn du wieder an­gezogen bist, obwohl das hier in Liluland wurscht ist.’

‘Aber ich fühle mich wohler.’

‘Ist ja gut! Du sollst angezogen sein! Dafür hab’ ich den Anziehtrick parat.’

Kaum war ich wieder voll bekleidet wie vorher, kam erneut eine eigenartige Gestalt da­her. Sie glich einem menschlichen Wolpertin­ger und war eine Mischung aus allem, was auf zwei Beinen gehen kann, jedenfalls fast allem; soviel halt an und auf einem Men­schenkörper Platz hat.

Den möchte ich sehen, der da nicht neugierig wird! Da zuckt es jeden im Genick, und die meisten drehen sich auch um. Schließlich taxiert man eine solche Erscheinung nicht direkt, von Angesicht zu Angesicht. Das bringen vielleicht noch Kinder wie ihr fertig, ob­wohl man das nicht darf, aber nicht Erwachsene. So wollte ich schon reflexartig meinen Kopf umwen­den. Nur: Ich konnte nicht, mein Hals war steif wie ein Besenstiel.

Als ich Lilu leise kichern hörte, wusste ich Bescheid, und es war völlig überflüssig von ihm zu sagen:

‘Du glaubst doch nicht, dass ich dich ständig in deinen normalen Zustand zurückver­wandle! Da habe ich Besseres zu tun habe ich.’

‘Ach darum sehen die so seltsam aus!’

‘So geht es allen, die sich dem Großen Bernhardini widersetzen! Wer sich mit ihm anlegt, riskiert eine unangenehme Verwandlung. Das hängt aber von seiner Stimmung ab.’

‘Aber was macht das schon’, entgegnete ich. ‘In Liluland können sich doch alle wieder in was anderes verwandeln.’

‘Das kommt darauf an. Meistens entzieht der Große Bernhardini den Missetätern die Trickfähigkeit für ein paar Wochen.’

‘Das ist schlimm’, sagte ich und dachte mitfühlend an diesen Wolpertinger. Und daran, dass mich Lilu vor einem ähnlichen Schicksal bewahrt hatte.

Wir gingen weiter, wir gingen und gingen. Es war heiß und kalt unterwegs, bergig und flach, es ging durch Wasser und über Stein, einfach über und durch alles, was ein Planet zu bieten haben kann. Da war Liluland nicht besser und schlechter als die Welt, die ich kenne und die ihr kennt.

Doch plötzlich – nach meinem Gefühl müssen Tage und Wochen ver­gangen sein – wirkte eine unsichtbare Kraft, die Lilu und mich an­zog, so wie ein Magnet ein Stück Eisen anzieht. Diese Kraft wurde immer stärker, bis wir schließlich durch die Luft wirbelten. Ich hatte große Mühe, zu Atem zu kommen, so groß war die Geschwindig­keit.

‘Der Große Bernhardini ist wieder aktiv!’ rief mir Lilu lachend zu.

‘Ist es denn noch weit?’

‘Nein, wir sind da.’

Tatsächlich: Da sah ich ein schönes kleines Häuschen auf ei­nem Berg, das irgendwie dem Schloss Neuschwanstein ähnlich war. Aller­dings erhob sich auf dem Dach ein riesiger Trich­ter, der golden glänzte. Ich wusste natürlich, dass es nichts zu besagen hatte, was ich sah. Denn in Liluland macht man sich die Wirklichkeit immer wieder neu, nach Maß gewisser­maßen. Der Trichter schien uns ein­saugen zu wollen.

‘Lilu, da musst du doch einen Trick anwenden, den Trichterschütz­trick z.B. Oder hast du den nicht auf Lager?’

Ich musste schreien, weil aus dem Trichter ein höllisch lautes Getöse kam, das mir Angst einflößte. Ich dachte an so etwas wie einen Fleischwolf, der uns zermalmen könnte und… Aber ich durfte gar nicht daran denken.

‘Gegen den Großen Bernhardini sind meine Tricks machtlos. Denn er ist der Größte in Liluland.’

So war das also. Das erklärte zwar alles, trug aber nicht dazu bei, mir die Angst vor dem Trichter mit dem Fleischwolfgetöse we­nigstens teilweise zu nehmen. Wir mussten uns in das Unvermeidliche schicken. Lilu tat das sowieso. Aber mir gelang das nicht so recht. Ich brüllte einfach los. Lilu tippte mit seinem Zeigefinger auf die Stirn, um mir anzudeuten, was er von mir hielt.

Da waren wir auch schon im Trichter. Wir glitten wie auf einer Rutschbahn durch ihn hindurch. Ich schloss mit meinem Leben ab.

Natürlich zu früh. Denn wir landeten wohlbehalten in einem riesi­gen Saal, an dessen Wänden lauter Regale voll mit Büchern standen. Bücher, die so brav in ihren Regalen ste­hen, beruhigen mich unge­mein. Sie vermitteln mir das Gefühl von Geborgenheit.

‘Die Bücher fallen dir natürlich gleich auf. Die sind alle leer.’

‘Aber die sehen so alt und gelesen aus.’

‘Ja, sie sind alt, aber trotzdem leer.’

‘Warum?’

‘Weil alles, was darin zu lesen war, längst Wirklichkeit geworden ist.’

‘Wie bitte?’

‘Wieso soll die Wirklichkeit, die in den Büchern steht, dauerhaf­ter sein als die wirkliche Wirklichkeit?’

Das war wieder eine jener Fragen von Lilu, auf die ich besser nichts sagte.

In der Mitte des Saales ragte ein großes Monument auf. Es war so groß, dass ich nicht ge­nau erkennen konnte, was es war.

‘Das ist sein Schreibtisch’, klärte mich Lilu auf.

‘Was für ein Schreibtisch?’

‘Der Schreibtisch des Großen Bernhardini!’

‘Du meine Güte! So groß ist der?’

‘Der heißt nicht umsonst der Große Bernhardini. Du denkst bei Groß wahrscheinlich eher an euren Knirpskaiser Karl.’

‘Von wegen Knirpskaiser’, brummelte ich. Ich wollte zu diesem Thema aber keine Dis­kussion anzetteln.

‘Na, ihr zwei Wichte! Ihr wagt es, mich zu stören!’ Das war die Stimme des Großen Bernhardini.

‘Aber das tun wir ja gar nicht’, widersprach ich. ‘Wir konnten uns diesem Sog des Trichters nicht entziehen. Wir sind entführt worden, wenn man es genau nimmt. Von einer übermenschlichen Gewalt würde ich sagen.’

Ein Lachen dröhnte durch den Raum wie ich es nie zuvor gehört hatte. Aber auch Lilu lachte.

‘Menschlein’, hörte ich, ‘weißt du denn, wie klein eine Macht sein kann, um schon als übermenschlich gelten zu können?’

Warum nur werden wir Menschen, wenn wir uns mal ein wenig außer­halb unserer Gren­zen bewegen, ständig beleidigt?

‘Sieh dir doch nur dieses kleine Liluland an, diese kleinen Lilu­länder! So klein, und doch sind sie euch Menschen haushoch überle­gen’, sagte der Große Bernhardini.

‘Ihr seid doch auch Menschen’, protestierte ich.

‘Das könnte dir so passen. Das musst du schon uns überlassen.’

Ein Lachen, das dem Brüllen eines Löwen alle Ehre gemacht hätte, erfüllte die Luft.

‘Was macht der da eigentlich an seinem Schreibtisch?’ fragte ich Lilu, da eine unheilvolle Pause entstanden war. Der Schreibtisch war so groß, das ich ihn nicht überblicken konnte.

‘Der Große Bernhardini schreibt immerzu. Er schreibt jetzt ganz sicher das, was sich ge­rade ereignet. Komm mal mit!’

Lilu führte mich um den Schreibtisch herum, eine Strecke von meh­reren Kilometern. Je­denfalls waren wir fast eine Stunde unterwegs. Dann sah ich den Großen Bernhardini! Er war ein ehrwürdiger alter Mann mit einem riesigen Vollbart, der bis auf den Boden reichte. Er schrieb unablässig auf ein endloses Papierband, das sich rechts von ihm entrollte und links von ihm aufwickelte. Beide Rollen hin­gen einfach in der Luft. Ich wunderte mich, dass nicht nur das Pa­pier, das er beschreiben wollte, weiß war, sondern auch das, wel­ches schon be­schrieben war.

‘Lilu, wie ist das möglich?’

‘Er schreibt auf, was gerade passiert, und schon verflüchtigen sich die Buchstaben wie­der.’

‘Und was passiert mit den vollgeschriebenen Rollen?’

‘Die kommen ins Archiv für spätere Generationen.’

‘Aber damit kann man doch nichts anfangen. Wer interessiert sich schon für sowas?’

‘Keine Ahnung. Aber was kümmert dich das?’

‘Rrrruhe da unten!’ erscholl die Stimme Bernhardinis. ‘Ihr stört meine Konzentration.’ Und unter Aufbietung aller seiner Lungen­kraft schrie er: ‘Haut ab!’

‘Komm!’ sagte Lilu. ‘Wir gehen zu mir!’

‘Zu dir?’

‘Ja, ich wohne hier.’

‘Hier?’

‘Ja, hier. Hörst du schlecht? Da vorne.’

Da war es wirklich, das Haus, das ich kannte. Es war das Haus, das bei mir zu Hause im Arbeitszimmer stand, wenn es zu sehen war. Wir gingen rein, und Lilu bewirtete mich mit einer vorzüglichen Tasse Tee. Wir unterhielten uns über die Ereignisse, die wir er­lebt hatten, seit ich in Liluland war. Lilu konnte manche Fragen klären. Aber als ich merkte, dass ihm diese Fragerei gar nicht ge­fiel, dass er kein Verständnis dafür hatte, ließ ich es sein. Nur ei­nes musste ich noch wissen:

‘Wie geht’s jetzt weiter? Ich muss ja irgendwie wieder zurück nach Hause.’

‘Ja, das musst du. So einen wie dich möchte ich nicht hier behal­ten.’ Da er lachte, nahm ich zu seinen Gunsten an, dass er diesen Satz nicht persönlich gemeint hatte.

‘Weißt du was’, sagte er, ‘wir schlafen jetzt erst einmal. Ich glaube, das können wir brau­chen.’

Das war ein guter Vorschlag. Ich war sehr müde. Erst der Flug mit dem Papagei, dann der Flug im Sog des Großen Bernhardini – und dann vor allem die viele Angst – das alles hatte mich müde ge­macht. Lilu wies mich in sein Gästezimmer, und bald schlief ich wie ein Bär.“

Nach wie vielen Stunden ich aufwachte, weiß ich nicht. Jedenfalls musste ich lange ge­schlafen haben. Ich rieb mir die zerknitterten Augen, aus denen ich wie durch Nebel blickte. Als sich die Schleier lösten, erkannte ich, dass ich zu Hause an meinem Schreib­tisch saß. Dann hatte ich den Spaziergang mit den Kindern, mein Abenteuer in Liluland, dann hatte ich das alles nur geträumt? Das machte mich etwas traurig, weil ich es – die Angst mit einge­schlossen – eigentlich recht gerne wirklich erlebt hätte.

Die Kinder haben mir später erzählt, dass sie neben mir im Arbeitszim­mer zunächst ge­spielt hätten, dann aber ins Streiten ge­kommen wä­ren. Und als Mama, die sich die Haare gewaschen hätte, diese dauernden „Neiiiin!“- und „Doooch!“-Rufe gehört hätte, sei sie mit feuchten Haaren nach oben gekommen und hätte sie nach un­ten geschickt. Alles das floss in meinem Kopf zum Beginn eines großartigen Traumes über Liluland zusammen.

Allmählich regten sich meine Lebensgeister, und als ich wieder einigermaßen zur Besin­nung gekommen war, merkte ich, dass der Saal des Großen Bernhardini meinem Arbeits­zimmer überaus ähnlich sah, fast schon zu ähnlich. Nur viel größer eben. Das brachte mich auf die Idee, meinen Traum aufzuschreiben – mir zur Freude und viel­leicht auch für spätere Generationen, falls das Papier nicht zuvor aus­bleicht.

Doch jetzt musste ich mich endlich über den Zeitschriftenartikel über die Zeitnot des mo­dernen Menschen hermachen.

Eine weitere Lilu-Geschichte folgt nächsten Mittwoch. Titel: Der Druck lässt nach.

Autor: Emsemsem

Ob gereimt oder nicht: Ich mach's und mag's kurz auf Emsemsem.net.

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