Hans Rosling: Factfulness

Vor Kurzem habe ich ein Ökonomiebuch gelesen. Keine Angst! Es ist kein wissenschaftlich ökonomisches Buch, sondern gemischt mit Anekdoten, also auch ein populärwissenschaftliches Buch.

Vor Kurzem habe ich ein Ökonomiebuch gelesen. Keine Angst! Es ist kein wissenschaftlich ökonomisches Buch, sondern gemischt mit Anekdoten, also auch ein populärwissenschaftliches Buch. Das Buch hat, wie schon gesagt Hans Rosling geschrieben. Er wurde am 27. Juli 1948 in Schweden geboren und starb am 7. Februar 2017 in Schweden an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Dadurch konnte er das Buchprojekt nicht zu Ende bringen. Er verfasste „Factfulness“ mit seinem Sohn Ola Rosling und seiner Schwiegertochter Anna Rosling Rönnlung. Diese haben auch das Buch posthum veröffentlicht. Das Buch trägt den Untertitel „Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist“.

Dieses Buch möchte die Sicht auf die ökonomische Welt verändern. Es startet mit einem Test zu Fakten in der Welt. Das ist der Anfang, mit dem sich der Leser auf diese Reise einlässt. Nach dem Test nimmt der Autor den Leser mit auf die ausführlichere Beantwortung der Fragen, indem er auch auf Anekdoten aus seinem Leben zurückgreift, zum Beispiel als er eine unbekannte Krankheit erforschte und vor Angst einer weiteren Ausbreitung der Sperrung der Straßen zustimmte. Die Bauern konnten daher nicht mit dem Bus in die Stadt fahren, um am Markt die Waren zu verkaufen. So blieb ihnen der Weg mit dem Boot übrig. Doch dies erwies sich als fatal, da die Boote kenterten. Die Krankheit erwies sich im Nachhinein nicht als ansteckend, sondern war nur eine Folge der falschen Zubereitung von Maniok, deren Wurzelknollen zum Essen verwendet werden. Daraus erarbeite Hans Rosling 10 Faustregeln, die den Leser vor falschen Irrtümern bewahren sollen. Er fasst dies auf Seite 308 seines Buches folgendermaßen zusammen (Die Anmerkungen in den eckigen Klammern sind von mir als Ergänzung zu der knappen Liste):

  1. KLUFT: Schauen Sie, wo die Mehrheit ist. [Bei einer Statistik gibt es immer eine Kluft zwischen zwei Extremen, der Durchschnitt allerdings ist meistens ausschlaggebender]
  2. NEGATIVITÄT: Rechnen Sie mit schlechten Neuigkeiten. [Die Medien stellen die meisten Fakten negativ dar. Doch ist alles davon wirklich so negativ? Die Kritik an den negativen Nachrichten kann uns helfen, eine andere Sicht auf die Daten zu haben, wie zum Beispiel, dass 60 % der Mädchen eine Grundschule absolviert haben.]
  3. GERADE LINIE: Kurven können verschiedene Formen haben. [Die Kurven in den Statistiken für eine mögliche Zukunftsperspektive verlaufen nicht immer geradlinig weiter.]
  4. ANGST: Schätzen Sie die Risiken ein. [Angst kann das Urteilsvermögen beeinflussen. Daher macht er den Leser auf die Risiken aufmerksam.]
  5. DIMENSION: Setzen Sie die Dinge in Relation. [Ohne Relation ist die Bemessung der richtigen Dimension kaum möglich.]
  6. VERALLGEMEINERUNG: Hinterfragen Sie Ihre Kategorien. [Es ist hoffentlich schon vielen klar, das Verallgemeinerung zu falschen Rückschlüssen führen kann.]
  7. SCHICKSAL: Langsamer Wandel ist dennoch Wandel. [Auch wenn sich mancher Wandel langsam vollzieht, ist es doch ein Wandel, der meistens zum Besseren führt. Wie lange zum Beispiel hat es gebraucht, bis Europa diese heutige Gesellschaft bildet?]
  8. EINZIGE PERSPEKTIVE: Legen Sie sich einen Wekzeugkasten zu. [Dieser Werkzeugkasten soll die Leser vor dem Fehler der einzigen Perspektive bewahren. Eine Tatsache kann von anderen ganz anders gesehen werden.]
  9. SCHULDZUWEISUNG: Suchen Sie nicht nach einem Sündenbock. [Meistens sind die komplizierten Strukturen in Wirtschaft und Politik mit daran schuld, dass die Suche nach einem Schuldigen oft falsch ist oder in das Nichts läuft. Es kann aber auch, wenn man es weiter verfolgt, den einzelnen Menschen treffen, der nach der Schuld sucht. Die Schuldzuweisung hilft aber nicht bei der Behebung des Problems.]
  10. DRINGLICHKEIT: Machen Sie kleine Schritte. [Dringliche Probleme zwingen uns dazu, schnell zu handeln. Doch eine Abwägung und ein verzögertes Handeln hilft eher, den richtigen Weg und die richtige Lösung zu finden.]

Allerdings verneint Hans Rosling nicht, dass es globale Herausforderungen für die Welt gibt. Es sind fünf oder sechse Risiken, von denen er redet:

  1. Globale Pandemie
  2. Finanzkollaps
  3. Weltkrieg
  4. Klimawandel
  5. extrem Armut
  6. (unbekanntes Risiko)

Diesen Risiken sollte man mit diesem Buch und dieser Anleitung entgegentreten. Das Buch liest sich durch seine Anekdoten nicht wie ein wissenschaftliches Buch, obwohl es, wie man dem umfangreichen Anhang entnehmen kann, sich auf Fakten und Statistiken der Ökonomie stützt. Natürlich macht er auch auf sein Projekt (Gapminder: Wikipedia-Artikel und Webseite von Gapminder) aufmerksam. Abgesehen davon hat mich das Buch zum Nachdenken eingeladen und ein paar neue Ideen und Gedanken gebracht, auch wenn man nicht alle Gedanken teilt. Es ist durchaus lesenswert.

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