Valentinstag: Bedeutung und Traditionen

Heute ist wieder Valentinstag. Er wird in Deutschland gefeiert als der Tag der Liebenden. Man schenkt sich mehrheitlich Blumen oder etwas anderes gegenseitig. Daher wurde selbst im Lockdown in Bayern den Blumenläden gestattet, von 8 Uhr bis 12 Uhr unter Auflagen zu öffnen (vgl. Münchner Merkur). Doch ist dieser Tag wirklich so wichtig, dass man Ausnahmen generieren muss? Woher kommt die Tradition eigentlich? Und wie sieht es in anderen Ländern aus?

Bedeutung und Herkunft des Valentintags

Der Valetinstag wurde ursprünglich als ein Gedenktag des heiligen Valentinus gefeiert. Er war ein Märtyrer, in dessen Legenden vermutlich die Legenden anderer Heiligen eingeflossen sind. Der heilige Valentin von Rom zum Beispiel wurde zum Märtyrer, weil er Soldaten traute, denen das Heiraten verboten war und Gottesdienste während der Christenverfolgung feierte. Der Gedenktag wurde 469 von Papst Gelasius für die ganze Kirche eingeführt. Im 14. Jahrhundert wurde das Fest erstmals in den Kreisen von Geoffrey Chaucer mit der romantischen Liebe assoziiert. Jedoch entwickelte es sich erst im 18. Jahrhunder in England weiter. Hier schenkte man sich gegenseitg an diesem als Zeichen der Zuneigung etwas Süßes oder Blumen. Auch Grußkarten, sog. „Valentines“, wurden verschickt.

In einigen Regionen Europas werden auch „Valentinsschlüssel“ verschenkt. Mit diesem erlaubt man dem Beschenkten, dass er das eigene Herz aufschließen darf. Sogar Kinder erhielten diese Schlüssel zum Schutz vor Epilepsie, die sog. „Sankt-Valentins-Krankheit“. Die handgeschriebenen Grußkarten sind seit dem 19. Jahrhundert dank der Industrialisierung den elektronisch gefertigten Grußkarten zum Opfer gefallen. Der Gedenktag für den heiligen Valentin von Rätien findet in der römisch-katholischen Kirche jedoch nicht am 14. Februar statt, sondern am 7. Januar.

Es gibt jedoch auch noch weitere Theorien über seine Entstehung, vgl. Stuttgarter Nachrichten:

  • In der Mitte des Monats Februar beginnt die Paarungszeit der Vögel. Die beginnende Zeit der Paarung der Tiere wurde dabei auf die Menschen übertragen und in der Mitte des Februars angesiedelt.
  • Im Römischen Reich dagegen soll der 14. Februar der Gedenktag der Juno gewesen sein. Sie war die Göttin der Geburt, Ehe und Fürsorge. Jungen Frauen wurde an diesem Tag ein Liebesorakel geweissagt.
  • Vor 2.000 Jahren wurde in Rom das Fest der Luperkalien gefeiert. Das Fest fand zu Ehren des Herdengottes Faunus oder auch Lupercus statt. Es wurde als Fruchtbarkeitsfest am 15. Februar gefeiert. An diesem Tag ließen sich verheiratete Frauen vom Priester segnen.
  • Auch könnte die Tradition im Mittelalter ihren Ursprung haben. Die Troubadoure in Frankreich sangen an diesem Tag ihre Minnelieder. Die Liebeslyrik richteten sie an verehrte Damen der Gesellschaft. Jedoch war dies eher ein Ritual denn ein Ausdruck der Gefühle.

Somit ranken sich viele Mythen um die Entstehung des Valentinstag selbst. Ebensoviele Bräuche für diesen Tag gibt es.

Bräuche weltweit

Dies soll keineswegs eine vollständige Liste werden, sondern nur ein Auszug über ein paar Bräuche und Sitten bezüglich des Valentinstags. Zunächst einmal ein kurzer Blick auf Deutschland. In Deutschland wird der Valentinstag erst nach dem zweiten Weltkrieg populär. Viele schenken sich gegenseitig Blumen oder Süßigkeiten, obwohl sich die Mehrheit der Beschenkten lieber gemeinsame Tätigkeiten mit dem Partner wünschen. Jedoch wird einem dies im Fernsehen immer vorgegaukelt.

In Irland dagegen pilgern viele Christen zur Karmelitenkirche in der Whitefriar Street in Dublin. Sie hoffen durch das Gebet dort eine Romanze zu finden.

In Italien dagegen gehen die Liebenden zu Gewässern und befestigen „Liebesschlösser“ an den Brücken. Diese haben die Initialen der Liebenden. Mit einem Wunsch, der nicht geäußert werden darf, werfen sie den Schlüssel in das Wasser. Die meisten wünschen sich dabei wahrscheinlich, die einzig wahre Liebe gefunden zu haben.

In Südkorea dagegen verschenken die Frauen Schokolade an die Männer. Die Frauen dagegen werden am 14. März von den Männern beschenkt. Am 14. April dagegen gehen diejenigen, die an diesen Tagen nicht beschenkt wurden in ein Restaurant, um Nudeln mit schwarzer Soße zu essen. Dies nennen sie den „Black Day“. Hierbei beklagen die Südkoreaner, dass sie Single sind.

Auf den Philippinen dagegen wird der Valentinstag ähnlich wie in Europa gefeiert und in der Regel steigen die Preise für die Blumen an.

Valentinstag in Zeiten von Corona

Die verschiedenen Theorien über die Herkunft und die verschiedenen Bräuche zeigen die Vielfalt dieses Tages und auch die Vielfalt der Kulturen, die sich um die Liebe selbst gelegt haben. Jedoch sind laut Stuttgarter Nachrichten 40 Prozent der Deutschen der Meinung, dass es keinen besonderen Tag braucht, um seine Zuneigung zu zeigen. Mit sogar 75 % der Deutschen, eine große Mehrheit, wird dem Valentinstag keine Bedeutung für die Liebe zugeschrieben, sondern nur eine für den kommerziellen Zweck. Daher bleibt die Frage sehr umstritten, warum ausgerechnet die Blumenläden in Bayern heute öffnen dürfen. Diese Entscheidung ist bestimmt nicht wegen der Bräuche getroffen worden, sondern nur wegen der Unterstützung der Wirtschaft und um die Bevölkerung für die anderen Maßnahmen ruhig zu halten.

2 Kommentare zu „Valentinstag: Bedeutung und Traditionen“

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